Guide / Artikel

Amateurfunk Contests & Awards – zwei neue Übersichten auf DA6IT.de

·

Helles DA6IT.de Beitragsbild zu Amateurfunk Contests und Awards mit Funkgerät, Contestkalender, Diplom und Logbuch.

Einfach nur ein QSO nach dem anderen ins Logbuch schreiben kann Spaß machen – noch spannender wird Amateurfunk für mich aber dann, wenn ein Ziel dahintersteht. Genau deshalb gehören Conteste und Awards für mich zu den Dingen, die aus „mal eben Funkgerät einschalten“ schnell einen ganzen Abend am Radio machen können.

Auf DA6IT.de gibt es deshalb jetzt zwei neue Übersichten: einen Bereich für Amateurfunk Contests und einen für Amateurfunk Awards. Ich habe beide gebaut, damit ich selbst schneller sehe, was gerade läuft, was als Nächstes startet und welches Funkziel vielleicht interessant sein könnte. Und wenn mir diese Übersicht hilft, dann soll sie natürlich auch euch helfen.

Was ist ein Amateurfunk Contest?

Ein Amateurfunk Contest ist im Grunde ein Funkwettbewerb. Für einen festgelegten Zeitraum versuchen Funkamateure, möglichst viele gültige Verbindungen herzustellen oder bestimmte Ziele zu erreichen. Je nach Contest zählen zum Beispiel QSOs, Länder, Präfixe, DOKs, Locator oder andere Multiplikatoren.

Das klingt im ersten Moment vielleicht nach Hochleistungssport am Funkgerät, muss es aber überhaupt nicht sein. Natürlich gibt es große internationale Wettbewerbe, bei denen Stationen ein komplettes Wochenende durchfunken und um die besten Plätze kämpfen. Es gibt aber genauso kurze regionale Conteste, Einsteiger-Wettbewerbe oder Veranstaltungen, bei denen man einfach eine Stunde mitmachen kann.

Ich finde gerade für Einsteiger spannend, dass auf den Bändern während eines Contests richtig Betrieb ist. Man bekommt schnell Übung darin, Rufzeichen aufzunehmen, Rapporte korrekt auszutauschen und ein QSO kurz und sauber abzuwickeln. Niemand muss dabei gewinnen wollen. Zehn gute Contest-QSOs können für den Anfang schon ein Erfolg sein.

Wie läuft ein Contest-QSO ab?

Die genaue Form hängt vom jeweiligen Wettbewerb ab. Fast immer werden das Rufzeichen und ein festgelegter Austausch benötigt. Das kann nur ein Signalrapport sein, zusätzlich aber auch eine laufende Nummer, ein Locator, ein DOK, das Alter des Operators oder eine andere Information.

Gerade diese klare Struktur macht Contestbetrieb interessant. Ein normales Gespräch kann zehn Minuten dauern, ein Contest-QSO manchmal nur wenige Sekunden. Hören, Rufzeichen verstehen, Austausch aufnehmen, bestätigen, nächstes QSO. Das trainiert Betriebstechnik ziemlich effektiv – und irgendwann merkt man, dass Dinge, über die man am Anfang noch nachdenken musste, plötzlich automatisch funktionieren.

Und was sind Amateurfunk Awards?

Amateurfunk Awards werden im Deutschen häufig auch als Diplome bezeichnet. Anders als bei einem Contest steht dabei meist nicht die Platzierung gegenüber anderen Funkamateuren im Vordergrund. Stattdessen gibt es ein bestimmtes Funkziel, dessen Bedingungen erfüllt werden müssen.

Das kann zum Beispiel bedeuten, eine bestimmte Anzahl Länder zu arbeiten, verschiedene Regionen oder Locator zu erreichen, Sonderstationen zu finden oder während einer besonderen Aktivität bestimmte Rufzeichen ins Log zu bekommen. Manche Awards laufen nur wenige Tage oder Wochen, andere kann man über Jahre hinweg sammeln.

Genau das gefällt mir daran: Ein Award macht aus dem Logbuch ein kleines Projekt. Plötzlich ist eine Station nicht einfach nur „noch ein QSO“, sondern vielleicht genau das Land, der Präfix oder die Region, die noch gefehlt hat.

Warum Awards so viel Spaß machen können

Amateurfunk hat ohnehin etwas vom Sammeln und Entdecken. Man beobachtet die Ausbreitungsbedingungen, sucht nach seltenen Stationen und freut sich über Verbindungen, die gestern noch unmöglich wirkten. Awards geben diesem Entdecken ein konkretes Ziel.

Vielleicht fehlen noch drei Länder. Vielleicht taucht eine Sonderstation nur für zwei Wochen auf. Vielleicht entdeckt man ein Diplom, bei dem plötzlich ein Band interessant wird, das bisher kaum genutzt wurde. Genau solche kleinen Ziele sorgen bei mir dafür, dass ich das Funkgerät auch dann einschalte, wenn ich vorher eigentlich gar keinen konkreten Plan hatte.

Die neuen Übersichten auf DA6IT.de

Für beide Themen wollte ich keine komplizierte Seite bauen, sondern etwas, das mir im Alltag schnell eine Antwort gibt. Bei den Contesten möchte ich sehen können: Was läuft gerade? Was kommt als Nächstes? Welcher Wettbewerb passt zu dem Band oder der Betriebsart, auf die ich gerade Lust habe?

Bei den Awards ist die Frage ähnlich: Welche Aktionen sind gerade aktiv? Welche starten bald? Welche Diplome kann ich dauerhaft verfolgen? Zeitlich begrenzte Aktionen sollen dabei genauso ihren Platz haben wie längerfristige Funkziele.

Ich versuche, beide Übersichten möglichst vollständig und nützlich zu halten. Ob wirklich jeder Contest und jedes Award darin auftaucht, kann ich aber nicht garantieren. Amateurfunk ist weltweit aktiv, ständig kommen neue Veranstaltungen hinzu und manche Aktionen werden sehr kurzfristig angekündigt. Wenn euch etwas Interessantes fehlt, freue ich mich deshalb über einen Hinweis.

Contest oder Award? Am besten beides

Eigentlich passen beide Themen perfekt zusammen. Ein Contest kann gleichzeitig QSOs liefern, die für ein Award zählen. Und wer gerade an einem Diplom arbeitet, findet während eines gut besuchten Wettbewerbs vielleicht genau die Länder oder Regionen, die im normalen Betrieb nur selten auftauchen.

Der Contest sagt: An diesem Wochenende ist richtig etwas los.
Der Award sagt: Nach genau diesen Stationen könntest du Ausschau halten.

Damit werden aus einzelnen QSOs plötzlich kleine Etappen. Und genau das ist für mich einer der Gründe, warum Amateurfunk auch nach vielen Verbindungen nicht langweilig werden muss.

Einfach ausprobieren

Wenn ihr bisher mit Contesten oder Amateurfunk-Diplomen wenig zu tun hattet, schaut einfach einmal in die beiden neuen Bereiche. Man muss keinen Wettbewerb gewinnen und auch nicht sofort das schwierigste Diplom der Welt anfangen. Sucht euch etwas aus, das interessant klingt, macht ein paar QSOs und schaut, ob euch diese Art von Funkziel Spaß macht.

Vielleicht bleibt es bei einem einzigen Contest-Abend. Vielleicht beginnt damit aber auch die Jagd auf das nächste Land, das nächste Diplom oder den nächsten persönlichen Rekord. Viel Spaß beim Funken, Sammeln und Punktejagen – 73!